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Stoffmarkt Krefeld (DE)

11 März @ 11:00 am - 5:00 pm UTC+0

kostenlos

Am Röttgen, 47829 Krefeld, Nordrhein-Westfalen, Duitsland

Die Stadt Krefeld (bis 1929 auch Crefeld) ist eine linksrheinisch gelegene Großstadt am Niederrhein nordwestlich der Landeshauptstadt Düsseldorf und südwestlich anschließend an Duisburg und das Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. Die kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf wird aufgrund der Seidenstoffproduktion des 18. und 19. Jahrhunderts auch als „Samt- und Seidenstadt“ bezeichnet. Krefeld nahm Ende 2015 mit rund 225.000 Einwohnern unter den 29 Großstädten Nordrhein-Westfalens den 14. Platz ein. Deutschlandweit betrachtet war Krefeld am 31.

Im 18. Jahrhundert hatte die blühende Textilindustrie Krefeld groß gemacht. Samt, Seide und Seidenbrokat waren die Verkaufsschlager. Kaiser und Könige aus der ganzen Welt und nicht zuletzt der katholische Klerus kleideten sich gerne in prunkvollen Gewändern aus den kostbaren Stoffen aus Krefeld. Unternehmen wie Floh, Von Beckerath oder Von der Leyen, um nur die drei größten zu nennen, belieferten prominente Kunden wie Napoleon Bonaparte oder den preußischen König Friedrich II.

Der Niedergang der Samt- und Seidenindustrie in Krefeld begann im 19. Jahrhundert. Es vollzog sich ein Prozess, welcher seinen vorläufig tiefsten Punkt während des Ersten Weltkrieges erreichte. Die größeren Unternehmen, darunter die eingangs erwähnten größten drei, hatten sich schon zuvor konsolidiert und zu den Vereinigten Seidenwebereien AG, oder kurz VerSeidAG, zusammengeschlossen und haben so bis heute Bestand. Dem gegenüber stand die von Johann Heinrich Scheibler 1834 gegründete Samt- und Bandwarenfabrik „Scheibler & Co“, die dazu auch Anteile der Seidenweberei von der Leyen übernahm und der sich später immer mehr Firmen anschlossen, wie beispielsweise im Jahre 1965 die Samtfabrik „Gebrüder Peltzer“, woraufhin man zu „Scheibler & Peltzer GmbH“ umfirmierte, sowie 1985 noch das traditionsreiche Unternehmen „Christoph Andreae“ aus Köln mit seinem weltweiten Vertriebsnetz und auch die Tochterfirma, „Sametex“ in Kraslice.[55]

Die Zeit zwischen den Weltkriegen sorgte für einen kurzzeitigen Aufschwung. Die Welt verlangte wieder nach Samt und Seide aus Krefeld. Gleich zwei Direktoren der VerSeidAG, die Herren Lange und Esters, gaben ihre Bauhaus-Villen bei Ludwig Mies van der Rohe in Auftrag. Auch Teile der Fabriken, die Färberei und das HE Gebäude, wurde diesem entworfen.[56] Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Fabriken durch Luftangriffe der Alliierten zerstört, da hier kriegswichtiges Material wie Stoffe für Uniformen und LKW-Planen gewebt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es für eine kurze Zeit einen neuerlichen Aufschwung. Doch spätestens das zweite vatikanische Konzil von 1965 bis 1968 setzte mittelbar den meisten spezialisierten Unternehmen ein Ende. Die bis dahin oft aus Samt, Seide und Seidenbrokat angefertigten prunkvollen und kostbaren Messgewänder durften zwar weiter verwendet, doch es sollten keine neue Gewänder dieser Art mehr hergestellt werden. Die neu beschlossenen Kirchenregeln bezüglich der Anwendung sakraler Kunst in der Liturgie und für Gewänder besagten: „124. Bei der Förderung und Pflege wahrhaft sakraler Kunst mögen die Ordinarien mehr auf edle Schönheit bedacht sein als auf bloßen Aufwand. Das gilt auch für die heiligen Gewänder und die Ausstattung der heiligen Orte. […]“

Die von Ludwig Mies van der Rohe geplante VerSeidAG-Fabrik Zur Samt- und Seidentradition Krefelds gehört bis heute die Krawattenproduktion. Das Herstellen von Krawattenstoffen und Krawatten, Tüchern sowie deren Webmuster war Spezialität einer Vielzahl Krefelder Unternehmen. Inzwischen hat sich die Herstellung an billigere Standorte verlagert und die Zahl der Unternehmen ist nicht mehr mit den Blütezeiten vergleichbar. Jedoch passieren immer noch zwei Drittel aller in Deutschland entworfenen, konfektionierten und gehandelten Krawatten die Stadtgrenzen. Die einstmalige Seidenindustrie ist hier zwar nur noch mit wenigen Betrieben vertreten – aber es gibt sie noch, Krawattendessins, die Weberei, den Konfektionär, den Krawattier.

Manche Textilhersteller haben sich heute vor allem auf Industrietextilien, auf technische Textilien sowie deren Veredelung und Ausrüstung spezialisiert. So reicht die Produktpalette der heutigen VerSeidAG, zu der seit 2011 auch der Composites- und Carpets-Spezialist TAG gehört, von gewebten Materialien für Architektur und Dachkonstruktionen, über Funktionstextilien für Sicherheits- und Schutzbekleidung bis hin zu Werbe-Displays und LKW-Planen.[58]

2010 bildete sich auf der Basis der NRW-Ziel 2-Förderkulisse[59] am Niederrhein das textile Kompetenznetzwerk teXellence.[60] In diesem Verbund von Unternehmen, Verbänden, Wirtschaftsförderungseinrichtungen und der Hochschule Niederrhein soll im Standortmarketing die Textilwirtschaft als weiterhin wichtiger Teil der regionalen Wirtschafts- und Wissenskompetenz herausgestellt und Zukunftsstrategien für die Textilwirtschaft der Region erarbeitet werden.

Details

Datum:
11 März
Zeit:
11:00 am - 5:00 pm
Eintritt:
kostenlos

Veranstalter

Stoffencircus

Veranstaltungsort

am rottgen krefeld
Am Röttgen
Krefeld, Nordrhein-Westfalen 47829 Deutschland
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Stoffmarkt Krefeld (DE)